FCS-Tour nach Marburg 25.06.2022

Der Plan: mit fünf vollbesetzten Flugzeugen zum Flugplatzfest nach Marburg (EDFN). Drei Vereins-C42 und dazu die beiden Privatmaschinen unserer Vereinsmitglieder: eine Sirius TL-3000 und eine weitere C42.

Der Tag begann mit der Vor­be­spre­chung in den frü­hen Mor­gen­stun­den. 8 Uhr als Ter­min fest­zu­le­gen ist für den nor­ma­len Bür­ger Stan­dard, für Rent­ner dage­gen eine gewis­se Her­aus­for­de­rung des frü­hen Erwachens ;-).

Der Ziel­vor­schlag war: der Flug soll nach Mar­burg-Schön­stadt zum Flug­platz­fest füh­ren. Zehn Per­so­nen, fünf zwei­sit­zi­ge Ultra­leicht­flug­zeu­ge: das passt pri­ma! Die Betei­lig­ten: Did­do, Egbert, Falk, Her­bert, Josef, Jus­tus, Karl-Heinz, Kurt, Nor­bert und Uwe (alpha­be­tic order) waren schon bei den Vor­be­rei­tun­gen bes­tens gelaunt.

Die erfor­der­li­che Abstim­mung über Flug­ver­lauf und Fre­quen­zen usw. war schnell erle­digt. Nun noch die übli­chen, sorg­fäl­ti­gen Checks aller Maschi­nen und Sprit aufgefüllt. 

Pünkt­lich zum ver­ein­bar­ten Abflug­ter­min waren alle start­klar, die Navis pro­gram­miert und so ging es zum Roll­halt 29. Die Wet­ter­pro­gno­se war mehr als güns­tig: wenig Wind, Quell­be­wöl­kung und ansons­ten Son­ne pur. Ab geht die Post.

Sams­tag, der 25.06.2022 war für den Kur­hes­si­schen Ver­ein für Luft­fahrt (KVfL) gleich ein dop­pel­tes Jubi­lä­um, 111 Jah­re KVfL und 50 Jah­re Flug­platz Schön­stadt. Bei­des wur­de dem­zu­fol­ge mit einem Take Off Fes­ti­val und umfang­rei­chem Pro­gramm gefei­ert. Wobei sich das 111-Jah­re Jubi­lä­um bereits vor zwei Jah­ren ereig­net hat, aber pan­de­mie­be­dingt nicht ent­spre­chend gefei­ert wer­den konn­te. Das war nun nachzuholen.

Der Flug von rund 109 NM soll­te eine kur­ze Unter­bre­chung in Mein­erz­ha­gen – also etwa in Stre­cken­mit­te – erhal­ten. Aller­dings stell­te sich ent­ge­gen den ver­öf­fent­li­chen und recher­chier­ten Flug­platz-Infor­ma­tio­nen her­aus, dass der Turm in Mein­erz­ha­gen nicht besetzt ist. 

Im wei­te­ren Ver­lauf bemerk­ten wir als „Flach­land­flie­ger“ durch­aus das Anstei­gen des Gelän­des und kor­ri­gier­ten unse­re Flug­hö­he ent­spre­chend. Die wur­de aller­dings oben durch die Wol­ken­ba­sis begrenzt, was aber kein wirk­li­ches Pro­blem dar­stell­te. Die Sicher­heits­min­dest­hö­he war alle­mal vorhanden. 

Die Abstim­mung unter den Pilo­ten auf der „Quatsch“-Freqenz ergab schnell einen Aus­weich­platz: Sie­ger­land EDGS. Gut, wer beim Anflug dort genau auf die Pis­ten­be­zeich­nung ach­tet: 13 ist schnell mit 31 vertauscht.

Fünf Flug­zeug­lan­dun­gen inner­halb kur­zer Zeit haben den sehr freund­li­chen EDGS-Tür­mer dazu bewo­gen, uns vom Turm her­un­ter per­sön­lich mit einem net­ten „Hal­lo“ zu begrü­ßen. So vie­le Flug­be­we­gung am frü­hen Mor­gen kom­men offen­bar nicht so häu­fig vor. Glück­li­cher­wei­se öff­ne­te gera­de das schmu­cke Restau­rant. Auf der Ter­ras­se konn­ten wir dann in schat­ti­ger Run­de unse­re Geträn­ke schlürfen. 

Nur der kalo­ri­eno­ren­tier­te Vor­stands­vor­sit­zen­de muss­te zusätz­lich fes­te Nah­rung zu sich neh­men. Wobei: es gab einen kna­cki­gen Salat. Daher ist mit grö­ße­rer Figur­ver­for­mung nicht zu rechnen. 

Frisch gestärkt fand der Start zum letz­ten Leg in Rich­tung Mar­burg-Schön­stadt EDFN statt. Die Stre­cke von EDGS nach EDFN ist mit gera­de 30 NM ver­gleichs­wei­se kurz und in nicht ein­mal einer hal­ben Stun­de waren wir vor Ort. Es ver­steht sich von selbst, Über­flü­ge über umge­ben­de Städ­te wie Göt­tin­gen, Red­de­hau­sen, Cöl­be usw. zu ver­mei­den. Erwar­tungs­ge­mäß herrsch­te im Umfeld des Plat­zes reges Trei­ben in der Platz­run­de sowie in der nähe­ren Umge­bung. Trotz­dem ver­lief die Ein­rei­hung und der Lan­de­an­flug für alle Maschi­nen auf die Gras­bahn 21 ohne Zwi­schen­fäl­le. Sie ist immer­hin mit 750 m völ­lig aus­rei­chend für uns dimen­sio­niert. Aller­dings über­rasch­te ein biss­chen die kup­pen­ar­tig anstei­gen­de Landefläche.

Wir lan­de­ten rela­tiv früh am Vor­mit­tag. Die Zahl der Zuschau­er hielt sich zu die­sem Zeit­punkt noch in Gren­zen. Aber bereits nach einer Stun­de füll­ten sich die diver­sen Stän­de und Stellflächen. 

Die Ver­an­stal­ter haben das Event toll orga­ni­siert und boten die ver­schie­dens­ten Optionen/Attraktionen an. Von den gewohn­ten Geträn­ke- und Imbis­stän­den, bis zu Ver­lo­sun­gen, diver­sen Rund­flug-Ange­bo­ten (auch mit Hub­schrau­ber) und Infor­ma­ti­ons­stän­den zu Bal­lon­fahr­ten und vie­les mehr. Und eine sol­che Ver­an­stal­tung wäre nicht voll­stän­dig ohne Kunst­flug­dar­bie­tun­gen. Hier haben Hoch­leis­tungs-Modell­flug­zeu­ge genau­so ihren Ein­satz wie deren rea­len Vor­bil­der. Wobei die Modell-Pilo­ten z. T. der­art extre­me und erstaun­li­che Flug­fi­gu­ren prä­sen­tier­ten, dass erns­te Zwei­fel an man­chen Phy­sik-Geset­zen auf­ka­men. Wie immer haben uns jedoch genau­so die „ech­ten“ Kunst­flie­ger mit ihren Loo­pings und Rol­len zum Stau­nen gebracht. 

Ein paar Ein­drü­cke von den Akti­vi­tä­ten geben die fol­gen­den Bilder:

Der sehr son­ni­ge, schon fast „hei­ße“ Tag erfor­der­te meh­re­re Kalt­ge­trän­ke. Die Ver­sor­gung mit einem Imbiss trug zusätz­lich zum Wohl­be­fin­den bei. 

Aber auch die schöns­te Attrak­ti­on hat ein­mal ein Ende. Am spä­ten Nach­mit­tag nutz­ten wir in Abspra­che mit der Flug­lei­tung eine Vor­füh­rungs­pau­se und bega­ben uns auf den Rück­flug. Der ent­hielt eben­falls ein Zwi­schen­ziel als kurz­wei­li­ge Unter­bre­chung. Nächs­ter Halt war somit Hamm EDLH. 

Der Flug nach Hamm führ­te über das Sauer­land. Ein impo­san­ter Anblick bei extrem wei­ter Fern­sicht. So ging es über Bad Ber­le­burg und Schmal­len­berg in Rich­tung der Tal­sper­ren-Gebie­te. Zuerst zeig­ten sich die Hen­ne­tal­sper­re und spä­ter der Möh­ne­see in gan­zer Grö­ße. Nicht lan­ge danach kam lang­sam aber Hamm in Sicht. Wie immer: kur­ze Funk­kon­takt­auf­nah­me mit dem Turm und bald dar­auf erfolg­te die Lan­dung unse­rer Aus­flugs­grup­pe auf der Pis­te 24. Dies­mal muss­te das Restau­rant aus dem Vol­len schöp­fen. Der Flug – oder bes­ser die som­mer­li­che Tem­pe­ra­tur – hat­te bei allen ein gewis­ses Ver­lan­gen nach Eis, Kuchen und Getränk erzeugt. Die Fol­ge: Groß­be­stel­lung von zehn Personen.

Bei wei­ter­hin bes­ter Lau­ne der Pilo­ten ging es nach der „Selbst­be­tan­kung“ in die Flug­zeu­ge. Die Navis erhiel­ten die Ziel­ein­ga­be „Stadt­lohn EDLS“, der EDLH-Tür­mer gab uns die Pis­te frei und so ging der FCS-Aus­flug in sei­ne letz­te Runde.

Nach Stadt­lohn ist es im Prin­zip ein kur­zer Hop­ser. Nur rund 30 Minu­ten spä­ter reih­ten sich die Flie­ger in den Anflug auf die Pis­te 29 ein.

Den Abschluss des Rund­kur­ses bil­de­te das obli­ga­to­ri­sche Grup­pen­fo­to der Pilo­ten. Danach folg­te direkt die Hanga­rie­rung und sorg­fäl­ti­ge Rei­ni­gung der Flugzeuge. 

Erstaun­li­cher­wei­se erzeug­te die­se Arbeit wie­der Hun­ger bei den Betei­lig­ten, so dass als Ende des Aus­flu­ges ein gemein­sa­mes Abend­essen bei Fra­no ein­stim­mig beschlos­sen wurde.

Kei­ner ver­hun­gert, kei­ner ver­durs­tet! Beson­ders viel Spaß, tol­le Aus­sich­ten und neue Erfah­run­gen! Bes­ser kann man einen Ver­eins­aus­flug kaum beschrei­ben! Hier­von wird es in Zukunft wei­te­re geben. Versprochen!

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